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Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef
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Die Schulchronik

Auf diesen Seiten können Sie sich über die Geschichte und Entwicklung der Schule von 1897 bis in die Gegenwart informieren.

1897


Portrait des Stifters: Der Hennefer Fabrikant Carl Reuther

Im Jahre 1897 stiftet der Hennefer Fabrikant Carl Reuther, Mitinhaber der 1881 gegründeten Waagebau-Firma "C. Reuther & Reisert", der Gemeinde Geistingen ein Grundstück und 10.000 RM in bar zur Errichtung einer Fortbildungsschule. Zwei Jahre später ist das Schulgebäude in der Carl-Reuther-Straße fertiggestellt und die Schule wird gegen Ende des Jahres 1899 unter dem Namen "Gewerbliche Fortbildungsschule der Carl-Reuther-Stiftung" eröffnet. Der planmäßige Lehrbetrieb ist Anfang des Jahres 1900 gesichert. Der Unterricht beginnt in 2 Klassen mit 60 Schülern, überwiegend Lehrlinge aus dem Metallgewerbe. Auf dem Plan steht neben dem "Elementarunterricht" in Deutsch und Rechnen auch der Zeichenunterricht. Unterrichtet wird dienstags und freitags jeweils von 6-8 Uhr, auch am Sonntagmorgen findet von 9-11 Uhr Unterricht statt. Der Schulbesuch ist noch freiwillig, einen verantwortlichen Leiter für den gesamten Schulbetrieb gibt es nicht. In der folgenden Zeit erhöht Carl Reuther das Stiftungskapital durch mehrere testamentarische Verfügungen zunächst auf 200.000 RM, später auf 500.000 RM.

1905


Im Juli 1905 wird durch Erlass eines Ortsstatutes aus der freiwilligen Fortbildungsschule die Gewerbliche Pflichtfortbildungsschule. Als Ergebnis einer Revision der Schule durch die königlich-preußische Regierung ernennt das Kuratorium im folgenden Jahr den Hauptlehrer Josef Schmitz zum verantwortlichen Leiter.

Rechts im Bild die erste selbsttätige Waage der Welt - ein Patent der Firma 'C. Reuther & Reisert': Chronos Waagentyp "G", System C, 1881

1910


Die vom Stifter vorgesehene Schulbücherei und die Lesehalle werden 1910 im Schulgebäude der Gewerblichen Pflichtfortbildungsschule in Hennef eingerichtet und der Allgemeinheit zugänglich gemacht. In den letzten Jahren vor dem 1. Weltkrieg setzt in Hennef und der benachbarten Region ein starkes Wirtschaftswachstum ein, das insbesondere durch den Maschinenbau getragen wird. Mit der Entwicklung der industriellen Unternehmen in und um Hennef wächst die Zahl der Schüler und Lehrer: Anfang des Jahres 1914 unterrichten bereits 7 Lehrer 128 Schüler in Deutsch, Rechnen, Raumlehre und Schriftverkehr. Zum Fachunterricht zählen Linear- und Freihandzeichnen, zusätzlich wird freiwilliger Unterricht in Naturlehre und Technologie erteilt.

 

 

Das erste Schulgebäude: Die Gewerbliche Fortbildungsschule der Carl-Reuther-Stiftung, 1899

1916


Mit Beginn des 1. Weltkrieges sinkt die Schülerzahl durch zahlreiche Unterrichtsbefreiungen stetig. Aufgrund dieser sich in den ersten beiden Kriegsjahren fortsetzenden Entwicklung beschließt das Kuratorium die Einstellung des Berufsschulunterrichts. In den Jahren 1916 bis 1918 findet kein Unterricht statt. In der Schule wird eine Volksküche eingerichtet, mehrere Räume dienen zur Lagerung von Lebensmitteln.

Strenge Sitten in der Schule von 1900

Direkt nach Kriegsende dient das Schulgebäude der englischen Besatzungsmacht ab 1919 als Gefängnis. Noch im gleichen Jahr wird der Unterricht wieder aufgenommen. Infolge der noch ungewissen wirtschaftlichen Lage findet allerdings nur der Zeichenunterricht mit einem Lehrer und 45 Schülern statt.

1920


Schulleiter Peter Kügelchen

1920 wird Gewerbeleiter Oberhäuser zum ersten hauptamtlichen Leiter der Gewerblichen Pflichtfortbildungsschule gewählt. Aus der Fortbildungsschule entwicklet sich die "Gewerbliche Berufsschule der Carl-Reuther-Stiftung". Im Jahr darauf verlässt Herr Oberhäuser Hennef und der Gewerbeleiter Peter Kügelchen wird vom Kuratorium als neuer Schulleiter eingesetzt. In der Schule werden jetzt 271 Lehrlinge von 7 nebenamtlichen Lehrern und einem hauptamtlichem Leiter unterrichtet. In der Folgezeit spiegelt sich in der Schulentwicklung der wirtschaftliche Aufwärtstrend in der Region wieder. 1924 wird die Schulpflicht auch auf die ungelernten Arbeiter ausgedehnt und die Lehrlinge werden erstmals nach Berufsfeldern und Gewerken getrennt unterrichtet. Die Errichtung von Fachklassen sichert vor allem im auf- strebenden Metallgewerbe eine bessere Ausbildung der Schüler. 1925 richtet die Schule erstmals zwei Berufsklassen für kaufmännische Lehrlinge ein, in denen nebenamtlich beschäftigte Lehrer unterrichten. Im folgenden Jahr beginnt die unterrichtliche Ausbildung die in der Landwirtschaft tätigen, berufsschulpflichtigen Lehrlinge, so dass noch im Jahr 1926 die Einstellung eines weiteren nebenamtlichen Lehrers notwendig wird. Drei Jahre später werden die ersten Verkäuferinnen in Hennef eingeschult. Damit ist die Berufsschule der Carl-Reuther-Stiftung zur Ausbildungsschule für Lehrlinge aus Industrie und Handwerk, aus Handel und Landwirtschaft geworden.

1935


1935 schließen sich die Gemeinden Hennef, Neunkirchen und Uckerath sowie die Ämter Lauthausen, Oberpleis und Ruppichteroth zu einem Zweckverband der Berufsschule zusammen. Auch die Gemeinde Asbach überweist einen Teil ihrer berufsschulpflichtigen SchülerInnen nach Hennef. Insgesamt unterrichten jetzt 8 Lehrkräfte 812 SchülerInnen. Und die Schüler- und Lehrerzahlen steigen weiter. Im Jahr darauf zählt die Schule schon 915 Schülerinnen und Schüler. In Ruppichteroth und Oberpleis befinden sich Außenstellen, sogenannte "Nebenschulen". Im Hennefer Schulgebäude werden neben einer Lehrer- und Schülerbibliothek, ein Lichtbildsaal und ein Werkraum neu eingerichtet. Zur weiteren Förderung der gewerblichen Lehrlinge bietet die Schule nun auch zusätzliche Kurse in Rechnen, Algebra, Projektions- und Fachzeichnen an, die von den Schülern freiwillig besucht werden können.

 
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