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Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef
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Innovation und Barbarei

 

Goethe wanderte gerne durch den Wald auf dem Ettersberg bei Weimar. Auf ihrer alljährlichen Fortbildung hatten die KollegInnen der erweiterten Bauabteilung dort allerdings wenig Anlass zur Freude. Dazu später mehr.

Am Morgen des ersten Tages wurde die Lehrergruppe von Herrn Schneider, dem Seniorchef der Firma Dachschneider in Umpferstedt, bei Weimar begrüßt. Dachschneider, ein bundesweit arbeitender Dachdeckerbetrieb, hat sich auf Flachdach- und Fassadenbau spezialisiert. Zu Beginn stellte Herr Schneider die Geschichte des Familienunternehmens vor. Anschließend erklärte ein Mitarbeiter Kostenplanung und das Controlling der Firma. Die Gruppe war von der offenen Art der Darstellung angenehm überrascht. Die Fragen der Besuchergruppe führten zu angeregten, informativen Gesprächen über innovative Techniken, Materialien und Organisation bei Dachschneider. Nach einem Rundgang über das Firmengelände, freuten sich die KollegInnen über ihre erste Thüringer Bratwurst zu der Herr Schneider zum Abschluss einlud.

Anschließend ging es auf den besagten Ettersberg. Dort wurde 1937 das Konzentrationslager Buchenwald errichtet. In diesem Arbeitslager waren bis 1945 eine Viertelmillion Menschen inhaftiert, von denen ca. 56.000 Menschen starben. Das KZ hatte diverse Außenlager von denen vier sogar in Köln lagen. Die Führung über das Gelände löste häufig Beklemmungen aus; insbesondere im Krematorium und dessen Keller. Nach der Führung und dem Besuch des dazugehörigen Museums wurde den KollegInnen wieder einmal deutlich, wie wichtig der Politikunterricht an der Berufsschule ist, um die SchülerInnen über die verhängnisvollen Auswirkungen rechter und nationalistischen Ideologien aufzuklären.

Innovation war ebenfalls am zweiten Tag Thema der Fortbildung. Vor 100 Jahren eröffnete das Bauhaus in Weimar. Ein fundiert geführter Stadtrundgang und die anschließende Besichtigung des Bauhaus-Gebäudes, der heutigen Bauhaus-Universität, verschafften den KollegInnen einen Eindruck vom Schaffen dieser Einrichtung.

An dieser Schule sollte die Einheit von Handwerk und Kunst vermittelt werden. Dem Bauhaus gehörten viele berühmte Künstler als Lehrer an. Bereits im Jahr 1925 musste die Schule aufgrund des zunehmenden politischen Drucks seitens der Stadt ihre Pforten in Weimar schließen. In Dessau fand sich die Möglichkeit, in modernsten Gebäuden weiter zu lehren und zu lernen. Kurz nach der Machtergreifung der Nazis 1933 wurde das Bauhaus aufgelöst.

Der immense Einfluss des Bauhauses, besonders in den Bereichen Architektur und Design, hält bis heute weltweit an.

Auf der Rückfahrt nach Hennef nutzten einige Kollegen die Gelegenheit, der Wartburg in Eisenach einen Besuch abzustatten. Hier konnten sie einen Eindruck von der Stätte erhalten, in der Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte. Auch das seinerzeit: eine Innovation.

Niels Göttsche

09. April 2019 | Aktuelles |

 
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