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Zu Besuch bei Martin Wilperath in Altrip – Schmiedefahrt im Oktober 2018

 

Die Anfahrt in das ca. 250 km entfernte Altrip erfolgte entlang des Rheintals, das wunderschöne Ausblicke sowie den Besuch von verschiedenen Sehenswürdigkeiten ermöglicht, wie z.B. das Niederwalddenkmal bei Rüdesheim und den Schwetzinger Schlossgarten. Vor allem Letzterer war schon ein interessanter Vorgeschmack im Hinblick auf die Fertigkeiten vergangener Schmiede.

So richtig los ging es erst nach einer Übernachtung in der Pension Casa Rosa an einem normalen Montagmorgen. Der Tag beginnt mit einem üppigen Frühstück und der kurzen Fahrt in die nah gelegene Werkstatt von Kunstschmied Martin Wilperath.

Dann begann der Einblick in die Restaurierung des Salve-Tors aus dem Karlsruher Stadtgarten. Nach einer kurzen Einführung und einem Rundgang durch die Firma ging es für den Kurs direkt mit der Planung eines Zierelements los. Nach Bemaßung und Erstellung einer Abwicklung der Blätter ging es zunächst darum, welches Material benutzt wurde. Nach Berücksichtigung von Breite und Dicke des Blattes wurde das Ausgangsmaterial ausgesucht. Mit der fertigen und als Schablone ausgeschnittenen Abwicklung wird zunächst ein Rohling ausgeschnitten. Bei diesem Arbeitsgang haben wir auf alle Werkzeuge des zeitgemäßen Schmieds zurückgegriffen, z.B. haben wir für das Zuschneiden der Rohlinge die Bandsäge genutzt sowie den Bandschleifer und die Flex.

Jetzt wird mit dem Schmieden begonnen. Alle Teile werden abgeschmiedet und dann immer wieder auf die richtige Größe zurückgeschnitten, um am Ende ein Ergebnis in originaler Größe zu erhalten. Dies gelingt nicht immer auf Anhieb und bei manchem war spätestens am dritten Tag die Frustrationsgrenze erreicht, doch das tat dem Tatendrang der Gruppe keinen Abbruch.

Neben den Arbeiten am Salve-Tor beinhaltete die Schmiedefahrt einen kurzen Ausflug in das nah gelegene Mannheim. Neben den alten Straßen mit umwerfenden Altbauten und einer streng rasterförmig angelegten Innenstadt bot die Stadt viele Relikte alter Handwerkskunst. Der Stadtrundgang begann mit einem Halt an der alten Jesuitenkirche. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Kirche wurde nach Kriegsende im historischen Stil wiederhergestellt. Den Eingang der Kirche schmücken drei mehrere Meter hohe handgeschmiedete Eingangstore. Keine zwei Blocks weiter ging es am alten Mannheimer Schloss vorbei zu weiteren anstehenden Aufgaben für den Restaurator. Die Führung war geprägt von traumhaften Hauseingängen aus alter Zeit und reich verzierten Treppengeländern.

Nach ein paar Stunden in der Stadt am Rhein ging es nach einem kleinen Stopp zur Stärkung wieder zurück in den Betrieb. Auf dem Plan stand die Herstellung eines Schmiedenagels. Dieser wird traditionell vom Schmied in den Nagelbaum geschlagen, als kleine Erinnerung an seinen Besuch im Betrieb. Auf der Rückfahrt am Freitag wurde ein Halt im nahe der Autobahn gelegenen Kloster Maria Laach eingeplant. Die Ausstellungsstücke der bekannten Klosterschmiede konnten besichtigt werden. Danach erfolgte die Besichtigung der Abteikirche von Maria Laach, eines der am besten erhaltenen und hervorragenden Bauwerke Deutschlands.

Emil Geis (Dombauhütte Köln), Sebastian Wilsch (Kunstschmiede König Bonn)

28. November 2018 | Aktuelles |

 
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