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Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef
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Berlin 2017 – Exkursion zur politischen Bildung

 

Montagmorgen um 6:30 Uhr am Carl-Reuther Berufskolleg: Wir, die Klasse GI61 und unsere Lehrer, Frau Zuri und Herr Ehlicker, stiegen in den Bus der Bundeswehr ein, in welchem wir von unserem Begleiter, dem Jugendoffizier Hauptmann Elmar Lodwig, begrüßt wurden. Herr Lodwig hatte diese Reise für uns geplant und begleitete uns auf unserer gesamten Fahrt.

Bevor es allerdings nach Berlin ging, nahmen wir einen kleinen Umweg zum Fliegerhorst im niedersächsischen Wunsdorf. Nachdem wir uns erst einmal einen Eindruck vom Mittagessen der Bundeswehr machen konnten, durften wir uns anschließend die Ausbildungswerkstätten des Standortes ansehen und uns die Aufgaben der Azubis erklären lassen. Der Höhepunkt des Besuches war allerdings für uns alle die darauf folgende Führung durch das neue Transportflugzeug der Bundeswehr, den Airbus A-400-M. Voll von diesen Eindrücken ging es dann auch schon weiter nach Berlin, wo wir am Abend recht müde, aber gespannt auf die nächsten Tage ankamen.

Nach unserem Frühstück ging unser Programm am nächsten Morgen dann auch schon richtig los. Der erste Punkt war der Besuch des Bundesverteidigungsministeriums im Bendlerblock. Hier wurde uns von einem ehemaligen Bundeswehrmarinekapitän der Aufbau und die Funktion der Bundeswehr erklärt. Nach dem Vortrag ging es auch schon weiter zur Bernauer Straße, einem berühmten Abschnitt der ehemaligen Berliner Mauer, welche Ost- und West-Berlin geteilt hatte. Hier konnten wir uns zuerst einen eigenen Eindruck verschaffen, bevor wir an einer Führung mit dem Thema „Berliner Geisterbahnhöfe“ teilnahmen. Unter den Berliner Geisterbahnhöfen versteht man die Bahnhöfe der ehemaligen West-Berliner U-Bahn, welche sich in Ost-Berlin befanden und unter anderem auch zur Flucht aus der DDR genutzt wurden. Durch diese Führung konnten wir eine ganz neue Seite des Themas „Flucht aus dem Osten“ erfahren,  auch weil wir einen ehemaligen Zugangstunnel eines solchen Bahnhofs besichtigen konnten. Nach der Führung brachte uns der Bus zum Reichstagsgebäude, wo wir die Möglichkeit hatten, auf eigene Faust die dortigen Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder aber etwas essen zu gehen. Zum Nachmittag besichtigten wir dann mit der Klasse den Reichstag und genossen beim Rundgang durch die Kuppel den Blick über Berlin. Am Abend hatten wir dann noch die Möglichkeit, in kleinen Gruppen Berlin-Charlottenburg, den Standort unseres Hostels, zu erkunden.

Am nächsten, sehr kühlen Mittwochmorgen ging es dann mit dem Bus zum ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort angekommen hatten wir die Möglichkeit, das Gelände mit Hilfe von Audio-Guides zu besichtigen. Die ohnehin sehr bedrückende Stimmung an diesem Ort wurde noch durch relativ starken Nebel verstärkt. Diese sehr düstere Atmosphäre brachte uns sehr eindrucksvoll und emotional die Grausamkeit dieses Ortes nahe, an welchem so viele Menschen leiden mussten. Nach einigen Stunden ging es für uns dann weiter zu einem Vortrag ins Auswärtige Amt über die Arbeit und Aufgaben der Mitarbeiter. Zum späten Nachmittag haben wir uns dann nochmal auf den Weg zu einer Führung im Bundeskanzleramt gemacht. Dort hatten wir die einzigartige Möglichkeit, u.a. die Kabinettssäle, Empfangsräume und natürlich auch die einzigartige Architektur des Gebäudes zu bewundern. Außerdem wurde unser politisches Wissen von der Leiterin dieser Führung auf die Probe gestellt. Am Abend hatten wir dann noch das Glück, dass uns Herr Lodwig, im Namen der Bundeswehr, zum Essen in der Nähe unseres Hostels einlud. So konnten wir diesen Tag in einer gemütlichen Runde ausklingen lassen.

Am Donnerstagmorgen ging es dann erneut zum Bendlerblock, allerdings zur Gedenkstätte des deutschen Widerstandes zur Zeit des Nationalsozialismus. Hier wurden wir durch das dortige Museum geführt, wo uns das Schicksal dieser mutigen Männer und Frauen nahe gebracht wurde. Anschließend hatten wir dann die Möglichkeit, die Stadt mit dem Bus der Bundeswehr zu erkunden, um die wichtigsten Punkte von Berlin gesehen zu haben. Zum Nachmittag fuhren wir zum ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, an welchem die politischen Gefangenen der DDR inhaftiert und verhört worden waren. Besonders die Zellen und die Verhörmethoden der Stasi haben uns sehr schockiert.

Am letzten Tag unserer Reise ging es wieder zurück nach Hennef, allerdings mit einem kleinen Umweg zum „Wald der Erinnerung“. Dieser Wald ist ein Friedwald und Gedenkort für die im Auslandseinsatz gefallenen Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten. Die Gedenkhaine, welche u.a. in Afghanistan für die Kameraden errichtet worden sind, wurden in diesem Friedwald integriert und ermöglichen das Gedenken an die Soldaten. Die Familien jedes gefallenen Soldaten haben einen Anspruch auf einen Baum in diesem Friedwald, an welchem sie ihrer Angehörigen gedenken können.

Nach diesem sehr bewegenden Aufenthalt ging es dann auch schon weiter nach Hennef, wo wir am Abend recht erschöpft, aber auch froh, wieder zu Hause zu sein, angekommen waren. An dieser Stelle möchten wir, die Klasse GI61, uns noch einmal recht herzlich bei der Bundeswehr bedankten, welche uns durch ihre gute Organisation und Finanzierung diese einzigartige Fahrt ermöglicht hat. Wir konnten durch diese Fahrt nicht nur sehr viele Informationen, sondern auch viele wichtige und bewegende Eindrücke für unser weiteres Leben sammeln.

Henrik Bern, GI61

12. November 2017 | Aktuelles |

 
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