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Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef
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Seinen Interessen folgen – Ehemaligen-Interview mit Celina Gronemann

 

Celina Gronemann war bis 2016 Schülerin der Klasse GE31 (Berufliches Gymnasium für Elektrotechnik). Wir haben sie im August 2021, über fünf Jahre nach ihrem Abitur, um ein Interview für unsere Schulseite gebeten.

Frau Gronemann, Sie gehören zu unseren AbsoventInnen des Beruflichen Gymnasiums für Technik. Bitte stellen Sie uns die schulische und berufliche Ausbildung und Ihren persönlichen Werdegang kurz vor.

Nach dem Realschulabschluss mit Qualifikation kam ich im Sommer 2013 auf das ein Jahr zuvor eingerichtete dreijährige Berufliche Gymnasium am CRBK, das ich 2016 mit dem Abitur abschloss. Es war klar, dass ich studieren werde, aber vor dem Studium wollte ich ein Überbrückungsjahr einschieben – mehrere Monate im Ausland verbringen. Meine Wahl fiel auf Nepal, ich wollte auf jeden Fall in einem anderen Kulturkreis sein, wo alles anders ist als hier. Ja, einen Kulturschock erleben (lacht) – im positiven Sinne natürlich. Es waren dann ein paar Monate, von Sommer bis kurz vor Weihnachten. Im Jahr 2017 bis zum Beginn des Wintersemesters habe ich gejobbt. Das Studium der Geographie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn begann ich im Oktober 2017. Nach dem Bachelor-Abschluss im Sommer 2021 fand ich nahtlos eine Stelle bei einem Unternehmen, das Immobiliengutachten erstellt und wohne jetzt in Köln.

Bevor wir auf unsere Schule eingehen, würden wir gerne mehr über Ihre Zeit in Nepal erfahren. So ein Ortswechsel ist nicht gerade üblich. Junge Menschen gehen häufig ins europäische Ausland, einige nach Australien, aber nach Nepal? 

Ich wollte nicht nach Australien, was viele machen, sondern etwas ganz anderes. Was mir an Nepal besonders gefallen hat, war mein Unterricht in Grundschulen. Ich habe dort Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren unterrichtet und zwar in den Fächern Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften...

Auf Englisch?

Natürlich – ohne Englischkenntnisse wäre das gar nicht möglich gewesen. Meine Arbeit dort war unentgeltlich, sie wurde über eine Organisation namens Praktikawelten vermittelt.

Ist ein Auslandsjahr in Ihren Augen eine eindeutig positive Erfahrung?

Grundsätzlich ist es eine tolle Erfahrung – alles ist so anders als bei uns. Kulturell bedingt gibt es allerdings auch einige Aspekte, die negativ waren: So wurden die Kinder in der Schule beispielsweise von ihren Lehrern geohrfeigt. Dies stellte ein gängiges Erziehungsmittel dar.  

Zurück zu Ihrer Schulzeit: Warum haben Sie gerade unsere Schule und diesen technischen Bildungsgang gewählt?

Ich habe von jeher ein technisches Interesse und war damals auf der Suche nach einer praxisorientierten Schule im Vergleich zum Standardgymnasium. Durch eine Anzeige in der Zeitung bin ich auf das Carl-Reuther-Berufskolleg aufmerksam geworden.

Wie empfanden Sie Ihre Schulzeit bei uns und wie nutzten Sie Kenntnisse und Erfahrungen aus Ihrer Schulzeit im Studium? Wir denken zum Beispiel an die Leistungskurse in Mathematik und Elektrotechnik.

Ich habe die Schulzeit positiv erlebt, die Kurse waren für mein späteres Studium von Vorteil durch die fundierten technischen Vorkenntnisse, die ich in der Schule erworben habe. Zum Beispiel bei Laboranalysen wie die Analyse von Bodenproben war mein Vorwissen sehr vorteilhaft. Die Kurse in Statistik bereiteten mir keine Probleme dank dem Leistungskurs Mathematik. In meiner Bachelor-Arbeit habe ich mich mit dem Klimaschutz auf UN-Ebene beschäftigt.

Wie haben Sie Ihre Studienzeit in Bonn empfunden? Es gibt die Meinung, dass durch die europaweite Vereinheitlichung der Studiengänge (Stichwort: Bachelor- und Masterabschlüsse) die Studierenden permanent im Stress sind und sich nicht so frei entfalten können wie früher.   

Es gab keinen übermäßigen Druck. Der Übergang von meiner Schulzeit, also der gymnasialen Oberstufe, zur Studienzeit ist problemlos gelungen, ich habe mich schnell in der neuen Situation zurechtgefunden.

Nach dem Studium haben Sie schnell eine Stelle gefunden…

Ja, durch eine Anzeige bin ich auf die Stelle aufmerksam geworden. Ich habe meine Bewerbungsmappe so konzipiert, dass der Lebenslauf kenntlich machte, was mich von anderen BewerberInnen unterscheidet. Die so genannten Soft Skills konnte ich mit meiner schulischen Laufbahn belegen. Durch meinen Aufenthalt in Nepal und mein Unterrichten dort konnte ich meine Englischkenntnisse hervorheben. Meine Bewerbung habe ich im letzten Semester noch während der Bachelor-Arbeit geschrieben. Die Stelle habe ich zum Abschluss des Studiums erhalten.

Wie sieht Ihr beruflicher Alltag heute aus?  

Ich verfasse Gutachten am PC und unternehme Fahrten für Besichtigungen an Wohnimmobilien.

Welchen Ratschlag würden Sie jetzigen Schülerinnen und Schülern des Carl-Reuther-Berufskollegs für ihre berufliche Zukunft ans Herz legen?

Meiner Meinung nach ist der Stress, der sich daraus ergibt, dass man an zukünftige Perspektiven denkt und versucht, die eigene Ausbildung perfekt auf einen ganz bestimmten Beruf auszurichten, unnötig. Ich empfehle mehr Gelassenheit im Hinblick auf die Jobperspektive. Natürlich soll man diszipliniert und gut organisiert sein, das ist auf jeden Fall wichtig. Man sollte aber seinen Interessen folgen, dann stellt sich der berufliche Erfolg von selbst ein.  

Frau Gronemann, wir bedanken uns herzlich für dieses Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft, beruflich und privat, alle Gute.

 

Das Gespräch haben wir Ende November am Tag der offenen Tür an unserer Schule durchgeführt.

21. Dezember 2021 | Aktuelles |

 
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