Kontakt

Carl-Reuther-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises in Hennef
Fritz-Jacobi-Str. 20
53773 Hennef
Tel.: 02242 / 91 36 5 - 0
Fax: 02242 / 91 36 5 - 444
E-Mail: info@bk-hennef.de

Logo

Artikel


Schulbereich Elektrotechnik auf der Suche nach Industrie 4.0

 

Pünktlich um 7.30 Uhr am 12.11.2019 trafen sich die Kollegen des Schulbereichs Elektrotechnik zunächst in der Elektrotechnikwerkstatt, um bei einem Kaffee letzte Absprachen bezüglich des geplanten Pädagogischen Tages zu treffen. Dann machten wir uns auch sehr bald auf den Weg nach Köln zu den Ford-Werken. Geplant war eine Führung durch die aktuelle Fahrzeugproduktion. Wir meldeten uns frühzeitig am Tor 3 an und mussten dann leider erfahren, dass eine weitere Besuchergruppe sich verspätete, die gemeinsam mit uns an der Führung teilnehmen sollte. Die Verzögerung war letztlich so umfassend, dass unser geplanter Anschlusstermin in Aachen zeitlich gefährdet war. Die Teilnahme an der geplanten Führung war für uns daher nicht mehr möglich und so wurde uns angeboten, dass wir uns stattdessen die Oldtimerausstellung der Ford-Werke anschauen könnten. Es war zwar einerseits bedauerlich, dass wir uns die aktuelle Produktion nicht anschauen konnten, allerdings war der Zugang zu den Oldtimern auch sehr interessant, weil es regulär überhaupt keine Möglichkeit gibt, in dieses kleine Museum hineinzukommen. Somit freuten wir uns über den exklusiven Zutritt und konnten einerseits mit einem der Mechaniker sprechen und uns in Ruhe altbekannte Fahrzeuge, wie das Ford T-Modell, die sogenannte Weltkugel, einen Ford Capri und Granada u.v.m. anschauen. Dicht an dicht waren die Fahrzeuge aus längst vergangenen Zeiten aneinandergereiht. Interessante Informationen bekamen wir dann auch noch von einem leitenden Mitarbeiter, denn jedes Fahrzeug hatte hier seine eigene Geschichte. Abschließend wurde jedem von uns noch ein limitiertes Buch über den Ford GT geschenkt.

Mit etwas Verspätung machten wir uns dann auf den Weg nach Aachen zu unserem zweiten Ziel, die Firma e.Go. Dort angekommen wurden wir von Herrn Wendt zunächst an einem großen interaktiven Display über die vielfältigen Überlegungen zu dem am Standort Aachen hergestellten e.Go Life informiert. So erfuhren wir, dass der Erfinder und Produzent Prof. Günther Schuh, diesen Wagen aus Sicht eines optimierten und reduzierten Produktionsprozesses entwickelt hat. Überall wo es möglich ist, werden Teile zugekauft, um Entwicklungskosten zu sparen. Statt auf Fließbändern werden die Fahrgestelle auf speziellen Rollwagen durch das Werk transportiert und durchlaufen so die 28 Stationen bis zur Fertigstellung. Damit soll die Produktion flexibel bleiben. Wir konnten diesen Produktionsprozess selbst beobachten. Zurzeit wird ein Fahrzeug in 17 Stunden hergestellt. So ist es möglich, dass man diesen kleinen Viersitzer für knapp 12.000,- € kaufen kann, wenn alle Prämien vom Kaufpreis abgezogen werden. Dabei gibt es in der Grundausstattung weder Heizung noch Klimaanlage für das Stadtfahrzeug. Im Moment hat das Start-up-Unternehmen jedoch noch Lieferengpässe, weil es Probleme mit den Akkus gibt. Die Nachfrage kann zurzeit nicht annähernd bedient werden. 3500 vorbestellte Fahrzeuge sind noch nicht ausgeliefert. Dabei soll die Produktion im nächsten Jahr auf ambitionierte 10 000 Fahrzeuge pro Jahr ausgeweitet werden.

Interessant war aber auch zu erfahren, dass sich diese Firma mit neuen Mobilitätskonzepten befasst. Ziel ist eine vernetzte Verkehrsinfrastruktur mit Mobilitätszentren am Stadtrand, wo man vom e.Go Life in ein in der Zukunft autonom fahrenden Kleinbus oder einen Zug einsteigt, um zum Ziel zu gelangen.

Den Abschluss fand unser Pädagogischer Tag in einer Pizzeria in der Nähe der Firma e.Go. Dort konnten wir die Eindrücke des Tages miteinander diskutieren und vertiefen. So konnten wir auf einen gelungenen und erkenntnisreichen Tag zurückblicken. Vom Oldtimer bis in die automobile Zukunft.

Thomas Hahn

03. Dezember 2019 | Aktuelles |

 
Nach oben