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Politische Bildung in Frankreich

 

Im Rahmen der Zusammenarbeit unserer Schule mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr unternahm am 30. September 2018 eine kleine Gruppe von politisch interessierten und sehr gut organisierten Jugendlichen, zwei Damen und vierzehn Herren aus den Klassen GI61 und IH71, begleitet von zwei Lehrkräften, eine zweitägige Studienfahrt nach Frankreich. Vorbereitet und geleitet wurde diese politische Bildung, mit dem Schwerpunkt Europa- und Verteidigungspolitik, von Hauptmann Elmar Lodwig, bei dem sich die Gruppe am Dienstagabend in Hennef mit lautem Applaus bedankte. Henrik Bern berichtet:

Am Sonntagabend kamen wir etwas verspätet in Kehl an. In diesem schönen Örtchen gegenüber von Straßburg lag unsere Herberge direkt am Rhein. Dort entdeckten wir am Abend auf der Suche nach einem kleinen Abendsnack noch einen Aussichtsturm, welcher uns einen nächtlichen Blick auf die Skyline Straßburgs ermöglicht.

Am Morgen ging es für uns nach einem ausgiebigen Frühstück schon los auf die politische Bildungsreise nach Straßburg. Am Anfang stand eine Führung durch den Europarat. Diese Organisation, welche 1949 noch vor der Europäischen Union gegründet wurde und in der Länder wie Russland, die Schweiz oder die Türkei Mitglied sind, hat sich zum Ziel gesetzt, Werte wie Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit auf dem europäischen Kontinent zu sichern.

Nach dieser sehr interessanten Führung hatten wir nun einige Stunden Freizeit. Diese nutzten wir, um die Stadt Straßburg besser kennen zu lernen und auch um uns die elsässische Küche näher zu bringen. Am Nachmittag besuchten wir dann das europäische Parlament, wo wir einer Sitzung des europäischen Parlamentes beiwohnen konnten und anschließend einen Vortrag über die Bedeutung der EU anhören durften. Der Abend stand uns erneut frei zur Verfügung.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann zu einer Kaserne in Frankreich, in der ein Bataillon der Bundeswehr stationiert ist. Die Funktionsweise dieser Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich wurde uns dann in einem Vortrag näher gebracht. Anschließend fuhren wir dann zu einer Verteidigungsanlage der Maginot-Linie die erhalten ist und als Museum ausgebaut wurde. Hier konnten wir eindrucksvoll erfahren, welche Maßnahmen Frankreich nach dem ersten Weltkrieg getroffen hatten um sich vor Deutschland zu schützen. An diesem Tag konnten wir aus nächster Nähe erfahren, welche unterschiedlichen Beziehungen Deutschland und Frankreich in den letzten Jahrzehnten gehabt haben. Deutlicher konnte die Entwicklung vom einstigen Feind zum jetzigen Freund kaum werden. Danach fuhren wir dann auch schon direkt wieder zurück nach Hennef.

Von dieser Reise können wir wohl alle ein Stück vom europäischen Geist mitnehmen. Nicht nur, weil wir uns mit den Institutionen beschäftigt haben, sondern auch weil wir einen Blick in die Vergangenheit werfen konnten. Und die hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, multinationale Institutionen wie die EU zu haben.

07. Oktober 2018 | Aktuelles |