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Auslandspraktikum der BH71 (Bau- und Holztechnik) an der dänischen Partnerschule UCH in Holstebro

 

Simon berichtet über die 1. Woche:

Das UCH in Holstebro, unsere Partnerschule in Dänemark, war vom 13. – 24. März 2018 unser Gastgeber im Rahmen eines EU-Auslandspraktikums. Dank der finanziellen Förderung durch das Erasmus+ Programm konnte ich mit 15 anderen Mitschülern der Klasse BH71 (Höhere Berufsfachschule) diese Möglichkeit des Lernens und Arbeitens in Westjütland nutzen. Die gute Projektkoordination vor Ort, die von meinen engagierten dänischen Lehrern Jan und Bent geleistet wurde, hat sich dabei sehr positiv auf den Lernerfolg ausgewirkt. Ein solches Praktikum erweitert nicht nur den eigenen Horizont hinsichtlich der Arbeitsmethoden und Lebenseinstellungen, sondern auch die sprachlichen Kompetenzen, da die Kommunikation während unserer Praxisprojekte ausschließlich in englischer Sprache stattfand.

Am 11. März 2018 begann die Reise nach Dänemark. Nachdem wir uns mit dem begleitenden Lehrer am Hennefer Bahnhof getroffen hatten, starteten wir um kurz nach 5 Uhr morgens in Richtung Holstebro. Nach 11,5 Stunden Zugfahrt angekommen, bezogen wir unsere Unterkunft in einer Wandererherberge. Die Zimmer waren sauber und ausreichend komfortabel für unseren zweiwöchigen Aufenthalt.

Unsere Praktikumstage begannen mit dem gemeinsamen Frühstück um 7:00 Uhr und im Anschluss daran, mit einem Fußweg von ca. 2 km Länge zum dänischen Ausbildungszentrum. Nach der Ankunft am UCH wurden uns am ersten Tag zunächst die Räumlichkeiten gezeigt und viele Aspekte des dänischen Ausbildungssystems erklärt. Pünktlichkeit wird an dieser Schule, genau wie in Deutschland, großgeschrieben. Ich bemühte mich daher immer, möglichst ein paar Minuten vor Schulbeginn, um 8:00 Uhr vor Ort zu sein. Es wurden praktische Arbeiten im Bereich des Holzbaus durchgeführt, auf den effektiven und sicheren Umgang mit dem Werkstoff und den Werkzeugen wurde dabei besonders geachtet. Auf Grundlage technischer Zeichnungen wurden zwei unterschiedliche Projekte bearbeitet und ein drittes begonnen. Unser Lernen wurde von ortsansässigen Lehrern, die mit unseren deutschen Lehrern, Herrn Ressler (in der ersten Woche) und Herrn Altefrohne (in der zweiten Woche) freundschaftlich kooperierten, begleitet.

Nachdem wir etwas über die Hausordnung erfahren hatten und in die Vorschriften zur Unfallverhütung eingewiesen worden waren, begannen wir, unser Projekt zu strukturieren. Die Projekte wurden in dreier und vierer Teams bearbeitet. So konnten wir uns gegenseitig helfen und gleichzeitig lernen, wie wichtig es ist, sich auf den anderen verlassen zu können. In der ersten Woche bauten wir kleine »Wanderhäuschen«, die in Dänemark den Wanderern zum Verweilen bereitgestellt werden.

Der dänische Betreuer vermittelte mir sehr persönlich sein Vertrauen in meine Fähigkeiten und ließ keinen Gedanken hinsichtlich einer „Sprachbarriere“ zu. Wichtig war für ihn, dass berufspraktische Kenntnisse ausgetauscht wurden und die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden von uns gestärkt wurde.

Die Mittagspause von 30 Minuten haben wir in der Schulkantine verbracht. Dort wurde uns täglich ein reichhaltiges Mittagessen gereicht. Im Anschluss ging es bis 15:10 Uhr wieder an die Arbeit. Nachdem der erste Tag gut gelaufen war, verflog auch meine Nervosität und ich freute mich auf zwei spannende Wochen in Dänemark. Meine Freizeit verbrachte ich während der Woche zusammen mit meinen Mitschülern oder auch auf dem Zimmer, da die Praktikumstage doch recht anstrengend waren.

Am ersten Wochenende besuchten wir ein Freilichtmuseum in Hanstholm, welches die Ereignisse des zweiten Weltkrieges in der Region während der Besatzungszeit anschaulich darstellte. Für mich war der Ausflug sehr interessant und regte mich zum Nachdenken an. Im Anschluss daran ging es direkt an die Küste. Auch wenn es dort sehr windig und teilweise regnerisch war, war es ein Besuch wert. Diese großen Klippen und der Blick auf das Meer sind auf jeden Fall etwas Besonderes. So eine außergewöhnliche Landschaft sieht man nicht alle Tage, vor allem nicht in Deutschland.

Ich bin froh, dass ich mich für ein Auslandspraktikum entschieden hatte, meine anfänglichen Sorgen hinsichtlich der Kommunikation waren unbegründet. Niemand dort schaute mich komisch an, wenn ich nicht auf Anhieb alles verstand und nochmal nachfragen musste. Dieses liegt bestimmt auch daran, dass viele ausländische Schüler dort zu Gast sind. Ich kann das Auslandspraktikum jedem weiterempfehlen, der Spaß an der englischen Sprache hat und es mag, neue Erfahrungen zu sammeln. 

Norman und Peter berichten über die 2. Woche:

Heute ist Montag der zweiten Woche. Wie jeden Morgen aß die komplette Klasse Aldi-Aufbackbrötchen in der Wandererherberge. Allerdings gab es neben diversen Wurst, Käse und Marmeladensorten zum Belegen der Brötchen auch Brot, frisches Obst, Müsli, Saft, Tee und Kaffee.

Am ersten Tag der zweiten Arbeitswoche gaben wir unseren »Wanderhütten« den letzten Schliff. Unser betreuender Lehrer war mit unseren Ergebnissen super zufrieden. Auch die dänischen Betreuer fanden unsere Hütten „supa“. Am Nachmittag bekamen wir, wie an jedem anderen Tag auch, Zeit, individuell unsere Freizeit zu gestalten. Um 18 Uhr ging es dann zwischendurch zum Abendessen. Es war für uns immer wieder beeindruckend, wie wenig Müll und Essensabfälle in der Kantine anfielen.

In den nächsten beiden Tagen begannen wir mit dem Bau von »Hochsitzen«. Dieses Projekt sollte bis zum vorletzten Arbeitstag dauern. Ich fand diese Tätigkeit am spannendsten. In den letzten beiden Tagen starteten wir, als drittes Projekt, noch mit dem Bau von kleinen Häusern für Kinderspielplätze.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch schliefen ein paar Schulkameraden auf dem Flur. Unser Lehrer nahm diese Aktion mit Humor und machte ein paar Erinnerungsfotos. Unsere Klasse schätzte die Lockerheit des Lehrers.

Am Donnerstag gingen wir in den Abendstunden ein zweites Mal bowlen. Am letzten Arbeitstag in Dänemark beendeten wir das Projekt der »Hochsitze«. Uns gefiel die Arbeit sehr. In der letzten Stunde der Arbeit bekamen wir den Auftrag, all unsere Werke an eine bestimmte Stelle zu fahren. Wir bekamen nach der Arbeit Kuchen für unsere sehr erfreuliche Leistung in diesen zwei Wochen. Sowohl die deutschen Lehrer als auch die Kollegen aus Dänemark schätzten unsere Arbeiten sehr. Somit waren wir alle sehr zufrieden. Am Nachmittag verabschiedeten wir unsere Praxislehrer, in Unwissenheit darüber, dass wir einen dieser Lehrer bald wiedersehen würden…

Denn am Abend gingen wir mit einem Lehrer aus Dänemark und unserem deutschen Lehrer noch einmal chinesisch essen. In Erinnerung blieb, dass unserer Lehrer ein anderes chinesisches Lokal in der Stadt ausgesucht hatte als in der ersten Woche und alle Schüler zunächst am falschen Ort standen. Am Abend des letzten Aufenthaltstages beschlossen wir innerhalb der Klassengemeinschaft, noch ein wenig die Stadt Holstebro zu erkunden und am nächsten Tag im Zug zu schlafen. So begann der letzte Tag in Dänemark. Auf der Rückfahrt trafen wir bei einem Zugwechsel auf eine Klasse aus dem Bereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement, die parallel mit uns nach Dänemark gefahren ist, ihr Praktikum jedoch in Viborg und Umgebung absolviert hatte. Wir waren um 21:50 Uhr wieder am Ausgangspunkt der Reise in Hennef und fielen unseren Eltern in die Arme. Einerseits waren wir froh, wieder zu Hause zu sein. Andererseits sah man allen Klassenkameraden an, dass sie Dänemark schon vermissen würden. Insgesamt war diese Fahrt sehr schön. Fazit: Gerne wieder!

Simon Jonas, Norman Owen und Peter Eiserfey, BH71

01. Mai 2018 | Aktuelles |