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Werksbesichtigung der Auszubildenden des Baugewerbes bei der Deutschen Steinzeug in Sinzig

 

Die Auszubildenden im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk spezialisieren sich im zweiten Ausbildungsjahr auf „ihr“ Gewerk. Passend dazu lernen unsere Berufsschüler Eigenschaften und Verwendung häufig verwendeter Baustoffe kennen. Im Bautechnikunterricht ist es schwer vorstellbar, welche chemischen und mechanischen Prozesse bei der Herstellung von Feinsteinzeug ineinandergreifen müssen, um das belastbare und optisch ansprechende Belagsmaterial herzustellen. Bei einer äußerst informativen Führung bei der Deutschen Steinzeug AG im Werk Sinzig Anfang Oktober konnten die angehenden Fachkräfte (Klasse BK19A) die Herstellung von unterschiedlichen Platten hautnah verfolgen.

Im Rohstofflager, in dem u.a. große Mengen unterschiedlicher Tone, Feldspat und Quarz angeliefert werden, erfuhren wir welche Unterschiede dieser Rohstoffe den kompletten Produktionsvorgang beeinflussen. Unser Gruppenfoto entstand vor der gigantischen Nassmühle, in der die Rohstoffe kontinuierlich zerkleinert und zur Rohmasse der Steinzeugplatten gemahlen werden.

Nahezu vollständig automatisiert wird die Rohmasse in hohen Sprühtürmen aufbereitet und dann unter hohem Druck zu einzelnen Platten gepresst. Schon direkt nach der Presse erkannten einige Schüler Platten und Formate, die sie täglich im Betrieb verarbeiten. Diese hier waren allerdings noch nicht belastbar: Mit zwei Händen ließen sich die Platten zerbrechen. Ihre hohe Belastbarkeit erhalten sie durch Sinterung in den ca. 100 Meter langen Öfen bei ca. 1250° C.

Entlang der Öfen hatten wir immer die selbstfahrenden und autonom gesteuerten „Ameisen“ im Blick, die Rohware zum Ofeneingang und gebrannte Ware zum Abkühlen, Zuschneiden und zur abschließenden Oberflächenbehandlung bringen. Auch die abschließende Qualitätskontrolle funktioniert lasergestützt. Vollautomatisch werden die Platten hinsichtlich Optik, Maßhaltigkeit und auf Risse untersucht und gegebenenfalls aussortiert. Bei einer gut angelaufenen Produktion beträgt der Ausschuss hier lediglich ca. 10 %, der dann auch wieder als Rohmaterial in die Produktion zurückgeführt wird.

Spätestens in der Verpackungsanlage erkannten wir die Platten, die bei der Deutschen Steinzeug regelmäßig vom Band laufen: Wir finden sie im Alltag als Bodenbelag beim Einkaufen im Supermarkt und Discounter. So erinnern wir uns sicher noch häufig an die freundliche und fachlich äußerst informative Führung durch Herrn Kassner und nicht zuletzt an die Bewirtung durch die Deutsche Steinzeug AG in Sinzig.

Unser Dank geht an Herrn Kassner, stellvertretend für die Belegschaft im Werk und den Förderverein des Carl-Reuther-Berufskollegs zur Bereitstellung des Schulbusses.

Paul Schroeder

05. November 2020 | |